Gelebter Glauben



 

Abschied


Noch eh' der dunkle Vorhang fällt,

sieh sie Dir an die schöne Welt.

Der Sonne goldner Abendstrahl,

als wär es heut' zum Letztenmal.


Sei wie ein Träumer ohne Hast,

und halte irgendwo mal Rast.

Unter windgeschützten Bäumen,

um zu träumen...


Dann richte wieder auf den Blick.

Schau vorwärts nur und nicht zurück.

Über Berge, Täler, in allen Fernen

und dann hinauf zu den Sternen.


Denn alle diese schöne Pracht

hat Gottes Schöpfergeist gemacht.

Was sind wir Menschen doch so klein.

O, mögest Du uns gnädig sein.

 

 

Gottesacker


Über den Gottesacker bin ich still geschritten.

Der Herbstwind grüßt die Toten, die dort ruhn.

Sie alle haben einst gekämpft, gesorgt, gelitten,

so wie es ist, der Erdenkinder Tun!


Die Gräber sind mit Blumen schön geschmückt,

und viele Tränen werden heut' geweint.

Doch unsere Lieben sind so fern gerückt.

Sie sind daheim, schon ganz mit GOTT vereint.


Die Lichtlein brennen ihnen zum Gedenken.

Unser Gebet dringt zu des Himmelstoren.

Nun wollen wir uns liebend still versenken.

Das, was wir liebten, geht niemals verloren.

 

 


Der Mutter Tod


Die Kerzen brannten in der Totenkammer.

Um Deine Züge glomm schon ein Verklären.

Aufschluchzend ging im Haus um Dich der Jammer

und eines heißen, wilden Schmerzes Aufbegehren.

 
Als ich den Frieden Deine Stille sah,

versiegten mir die Zähren.

Du bist nicht tot, Du bist mir immer nah.

Ein Muttersterben ist ein ewiges Gebären.


Ein Muttersterben ist ein Wiederkommen.

Die Liebe streutest Du in uns als Saat.

Und wenn auch uns das Erdenleid zerronnen,

erwartest Du uns dort am End' der Pilgerfahrt.

 
Ein langes Leben hat Dir Gott geschenkt,

es war gezeichnet voller Leid und Bitterkeit.

Der Herrgott, der alles zum Besten lenkt,

wird es Dir lohnen in der Ewigkeit.


Nun schlaf in Frieden! Ruhe Dich nun aus.

Auf Wiedersehen in Gottes Vaterhaus.

 


Wenn Du mich heimholst


Wenn Du mich rufst in meiner letzten Stunde,

lass es doch nicht die Allerärmste sein.

Gib mir ein Zeichen, eine kleine Kunde,

ein' winzigen Strahl aus Deinem Gnadenschein.

 
Dass ich bewusst den Blick kann zu Dir wenden,

die Hände falten still zum Letztenmal.

Und Deinen Priester mögest Du mir senden,

um mich zu stärken mit dem heiligen Mahl.

 
O, hüte wie ein Schatz das Glaubenslicht,

das unser Leben macht so groß und weit.

Wer glaubt, verliert den rechten Weg

auch nicht zu GOTTES Liebe und Barmherzigkeit!

 

 


Der Heimgang


Du bist daheim! Dein Leben ist zu Ende!

Vorüber alles Erdenleid und Not.

Ich lege Dich in Gottes Vaterhände.

Sinn unseres Daseins mündet nur in GOTT.


An seinem großen, gütigen Vaterherzen,

weiß ich Dich sicher und so wohl geborgen.

Und all mein Heimweh, meine tiefsten Schmerzen,

sie enden einst in dem befreiten Morgen.


Als Dank für Deine Liebe schenk' ich Dir mein Beten,

und all mein Opfern lege ich dazu.

Demütig will ich stets vor unsern Herrgott treten

und bitten: Herr, schenk' ihm die ewige Ruh! 

  
     

Das Alter


Wenn unsere Hände kraftlos werden

und der Gang wird müd' und schwer,

dann kommt das Alter, das auf Erden

uns allen macht das Herz so schwer.


Wir werden einsam und recht still

und denken, wie's der Herrgott will.

Die Blume, die uns einst entzückte,

in ihrer Schönheit, ihrer Pracht.


Die unser Herz so froh beglückte

und immer nur hat Freud gebracht.

Wenn dann des Herbstes Stürme wehn,

muss auch die schönste Blum' vergehn.


Beim Herrgott, der die Welt gemacht

hat alles seinen Platz und Sinn.

ER schuf den Tag und auch die Nacht

und auch mich, so wie ich bin.


Warum will ich dann traurig sein,

wenn alles liegt in seinen Händen?

Kein Mensch ist einsam und allein,

wenn er sich wird zum Herrgott wenden.


Kannst Du die Hände nicht mehr regen,

du schafftest schon im Leben viel,

schau nicht zurück auf Deinen Wegen,

denn Du bist bald daheim am Ziel!

 


 Die ewige Heimat


Der Hass rast durch die aufgeschreckte Zeit.

Im Kampf gemessen wird das Menschentum.

Es bringt in manche Herzen großes Leid,

kraftlos und müde wollen die Hände ruhn.

 
Doch sind wir alle noch in Treue tief vereint,

wenn wir auch hart durch Grenzen sind getrennt.

Die gleiche Sonne auf uns nieder scheint,

der gleiche Schmerz oft in der Seele brennt.


Wir sehnen uns nach Liebe, Heimat, Frieden.

GOTT hat uns all dies in das Herz gegeben,

ist hier auf Erden nur begrenzt beschieden.

Bei GOTT wirst Du die ewige Heimat nur erleben.

 

 

Gottessehnsucht


Wir suchen Dich! Und wir finden Dich nicht.

Und doch bist Du das strahlende Licht.

Unser Blick ist verhalten, dunkel und trübe.

Wir fliehen vor Deiner göttlichen Liebe.

 
Wir suchen Dich! Und wir sind Dir so fern.

Und tragen die Sehnsucht nach GOTT, unserm Herrn.

Der Glaube zündete nicht tief mehr ins Herz,

und wir weinen doch vor Heimweh und Schmerz.


Wir suchen Dich! Und Du bist bei uns ganz

im Sakrament, in der heiligen Monstranz.

Und ladest uns ein zu Speise und Trank.

Barmherzige Liebe! Wir sagen Dir Dank!