Gelebter Glauben




 
Der Weg allein

 Allein wollt gehn ich meinen Weg.

Mein Leben war voll Pläne !

Doch der kleinste Pfad und Steg,

Kostet manche Träne.


Mühsam, schwer  war das Wandern,

ohne innere Rast !

Ich schaute dann auf die andern

und sah ihre Last.


Manche sind  so froh geschritten,

Klar und unbeirrt!

Haben sie denn nicht gelitten

und sich nie verirrt? 


Sahen sie den Abgrund nicht,

den die Füße streiften?

Oder sahen sie nur das Licht,

in Gottes Himmelsweiten!


Felsenklippen, Sumpf und Moor

sahen seine Augen.

Doch auch des Ewigkeiten Tor

durch den heiligen Glauben.

 
Als ich nicht mehr weiter kam,

vor Verlassenheit,

GOTT, der Herr die Führung nahm

für Zeit und Ewigkeit!

                                


Mein Weg

Wohin führt mich mein Weg, o Herr?

Die Pfade gehen kreuz und quer.

Oft sind es Täler, Tiefen, Höhn.

Doch immer ist's ein tapferes Gehn.


Am Wege sah ich oft das Leid,

sah mich mit bangen Augen an.

Das Herz wurd' mir vor Mitleid weit

aus voller Lieb', ich neigt' mich dann.


Oft lag der Tag im Sonnenschein,

dann wieder grau im Nebellicht.

Da war ich mutlos und allein.

Doch immer tat ich meine Pflicht.


Einmal steht still die Lebensuhr.

Der Zeiger hält die Stunde an.

Entrückt die Welt, Wald und Natur,

dann fängt das letzte Schreiten an.


Du weißt den Weg, Du weißt die Zeit,

wenn Du mich führst in jenes Land,

in Deine große Ewigkeit.

Reich mir dann Deine Vaterhand!

 

 

Das Ziel

Wie lange geht nun schon das ruhelose Wandern,

die Suche nach dem wahren Erdenglück?

von einer Station schritt ich dann zu der andern,

die Sehnsucht ging mit jedem Schritte mit!

 
Oft war ich mutlos und unendlich müde.

Es dünkte mir das Ziel so fern und weit.

Doch niemals kam der  so erhoffte Friede,

und meine Seele blieb voll Traurigkeit!


Ein Kinderlachen, und ein Vogelsingen

hat oft mein Herz voll Wehmut tief berührt,

dass es mit leisen, zarten Flügelschwingen

ein Ahnen des gesuchten Glücks verspürt.


Und weiter ging mein unruhvolles Schreiten

bis endlich ich des Lebens Sinn erkannt!

Und meine Seele kam aus unendliche Weiten

als betend sie zu GOTTES Füßen sank!

 

                       

Schwerer Tag

Froh begrüßte ich den Morgen

nach einer schlummervollen Nacht.

Meine ganzen Alltagssorgen

hab' ich dann zu Gott gebracht.

 
Als die Hände ich erhoben,

schaut zum Kreuz ich still hinauf,

meinen Gott zu ehren und zu loben,

eh beginnt der Tageslauf.


Freudig und mit gutem Willen,

in der Mitte, Herr, stand'st Du.

Meine Pflichten zu erfüllen,

wandt ich mich der Arbeit zu.

 
Und nun ist der Tag zu Ende.

Ach, wie litt ich heut' so sehr.

Müde falt ich meine Hände,

wie war dieser Tag so schwer.


Ganz zerschlagen ist mein Mut.

Niemand wollte mich verstehn.

Und ich wollte sein so gut.

Oft hab ich zum Kreuz gesehn.


Nimm, o Gott, mein armes Tun.

Ich schließ es ein ins Nachtgebet.

In Deiner Liebe will ich ruhn

bis ein neuer Tag aufgeht!

 

 

Besuch im Gotteshaus

Ich komme zu Dir ins Gotteshaus,

knie nieder und finde Dich dort.

Ich falte die Hände und spreche mich aus,

Du schweigst, sprichst kein Wort.


Und doch ist's heiliger Friede, der mich umweht.

Ich weiß es, Du ordnest auch die Gefühle.

Meine Unruh' wird still zum frommen Gebet,

denn Du bist ja da, die ewige Liebe.


Du konntest nichts Besseres für uns erfinden,

als dieses Wohnen im kleinen Schrein.

Dieses Wohltun trotz aller Schuld und Sünden.

Wie bist Du so groß, und ich so klein.


Wenn im lauten Lärm der hastigen Welt

die Gedanken von Dir sind abgelenkt,

ist es Dein Schweigen, was uns erhält

und uns tröstenden Balsam schenkt.