Gelebter Glauben


 

 

Menschlichkeit


Die Tage gehen weiter ihren Gang,
auch ohne Dich, und weiter geht das Leben,
als hätt' es niemals eine Zeit gegeben,
wo Deine Stimme durch die Räume klang.


Du sprachst oft Worte voller Lieb und Güte
und gabst so manchmal tröstend Lebensmut.
Das, was wir liebten, bleibt tief im Gemüte,
denn Du warst oft zu mir so herzensgut.


So manchmal sitze ich und lausch auf Deinen Schritt.
Nun öffnet sich die Türe, Du trittst ein.
Doch sehe ich Dich nicht! Wie ich da litt!
Du bist gegangen, und ich bin allein.


Dann schreit ich still durch lärmerfüllte Straßen.
Die Einsamkeit ist oft bei mir zu Gast.
Wenn ich mich fühle oft so recht verlassen,
halt ich beim lieben Herrgott meine Rast.


Ich leg es opfervoll zu Gottes Füßen,
meine Schmerzen, die verborgenen Tränen.
In meinem stillen, ehrfurchtsvollen Grüßen
liegt doch mein ganzes, inniges Gottessehnen.

 

 

              

Wie viele Menschen


Wie viele Menschen hab' ich schon gekannt,
die schon zur ewigen Ruh' sind heimgegangen.
Oft hat das Herz in heißem Schmerz gebrannt,
das voller Lieb' an ihnen hat gehangen.


Und manche Stunde hab' ich nachgedacht,
was ich an Liebe habe unterlassen,
dass manche Freude wurde nicht gebracht,
bemerkt man erst, wenn sie uns haben verlassen.


Erst wenn zum letzten Gang wir sie begleiten
und bringen Blumen--- ist es schon zu spät.
Die Freude musst im Leben du bereiten
und nicht erst, wenn ein Mensch ganz von uns geht.

 

 

 

 

So viele Werke wollte ich einst tun



So viele Werke wollte ich einst tun,
ein heiliger Eifer hatte mich erfasst.
Nicht rasten wollte ich und auch nicht ruhn,
dem Herrn zu dienen durch des Bruders Last.


Einen hohen Berg wollt' ich im Sturm besteigen.
So große Kraft traut' ich allein mir zu.
Und meine Taten sollten Dir beweisen,
dass ich dem hohen Ziele schreite zu.


Doch die Gedanken sind Träume nur geblieben,
ganz klein, armselig stehe ich vor Dir.
Doch will ich Dich nur immer mehr noch lieben
und bitten HERR, o bleibe doch bei mir!

 

 

 

 

Menschensuche



Einst wollte ich Menschen begegnen,
sie lieben, trösten und segnen.
Das Herz voll heiligem Erbarmen
schlug warm für die Ärmsten der Armen.


Die Menschen schlugen mir Wunden.
Davon ich konnt' nie mehr gesunden
und brachten mir seelische Not.
Ich brach mit ihnen das letzte Stück Brot.


Verzweifelt im Tiefsten getroffen,
verlor ich den Glauben, und das Hoffen.
Und wollte es nie mehr versuchen,
Menschen zu trösten und suchen.


Doch in all meinen wehesten Stunden
hab' ich den Einen gefunden.
War er nicht auch ein Mensch wie Du und ich?
Und dennoch ein GOTT - und opferte sich?


Nun schweife ich manchmal in weiter Ferne
und zünde das Licht an in meiner Laterne.
Leucht' sie den Menschen ins Angesicht--
Sag Bruder Mensch: Brauchst Du mich?

 

 

 

 

Ein guter Mensch


Heut ist mir ein guter Mensch begegnet
in meinem Alltag, im Lärm der Zeit.
Ich habe ihn im stillen gesegnet,
weil er ein Lächeln hielt für mich bereit!


Er kam so froh des Weges geschritten,
nur Güte strahlte sein Wesen aus.
Und ich war so einsam und habe gelitten,
sehnte mich wie ein Kind nach Haus.


O, dieses Lächeln, es machte mir Mut.
Mein Tag war nicht mehr so grau und verhangen.
Gott meines Lebens, wie bist Du gut.
DU nahmst mir die Angst und das Bangen.


Ich bete zur Gott, dass er mich so führe,
dass ich an jedem Weg und Ort,
wo immer ich seelische Not nur spüre,
geb' ich einen Gruß, ein freundliches Wort!


 

 

Nur ein gutes Wort



Oft ist es nur ein gutes Wort,
das uns den Alltag froh gemacht.
Ein lieber Blick, und Du eilst fort,
als sei Dir ein Geschenk gebracht!


Im Herzen wird's Dir wundergut
und Zauber um die Stunde spinnt.
Du fühlst zum Leben neuen Mut
und kannst Dich freuen wie ein Kind.


Es braucht oft nicht so vieler Worte.
Ach, oft ist es ein lieber Blick,
der in gequälten Menschenseelen
gebracht ein ungeahntes Glück!

 

 

Trennung



Die selben Sterne steh'n am Firmament,
als Du und ich noch unsere Straße gingen.
Der Trennungsschmerz noch heute in mir brennt.
Es wollte mir seitdem nichts mehr gelingen.


Im meinem Lachen ist verhaltenes Weinen,
und immer lausch' ich noch auf Deinen Schritt.
Die Sonne will nicht mehr so hell mir scheinen.
Du bist gegangen. Ach, wie ich da litt!


So einsam schreite ich durch die vertrauten Räume,
wo wir durchlebten beide Leid und Glück.
Nun kommen wieder diese Sehnsuchtsträume.
Ach, kämest Du doch einmal noch zurück.

 


 

Helfende Güte


Tragt Sonnenschein ins Krankenzimmer
und frohe, gute Lichtgedanken.
Seht ihr denn nicht den Freudenschimmer
auf dem Gesicht des armen Kranken?


Schon hat er alle seine Schmerzen,
die ihn so quälten und so plagten,
beim guten Worte ganz vergessen,
und er ist still mit seinen Klagen.


Ist's  nicht schon Lohn für's Opferleben?
Ihr, die ihr Euch ganz GOTT geweiht,
sollt Eure Kraft den Kranken geben.
Barmherzige Lieb' im Ordenskleid!