Gelebter Glauben


 


Kreuzigung

Lass Dich o HERR, doch auf dem Weg begleiten,

damit Du nicht allein und einsam bist.

Dein Heilandsblick geht nun in ferne Weiten

bis zu dem Kreuz, das schon bereitet ist.

 

Auch Deine Jünger sind mit Dir geschritten.

Doch schliefen sie als Deine Qual begann,

als Du das größte Seelenheil durchlitten,

das wohl ein Mensch niemals ermessen kann.

 

Doch war dies erst der Anfang aller Leiden,

die Du Dir selber auferleget hast.

Lass mich ein Stück des Weges Dich begleiten,

gib mir ein' Teil von Deiner Kreuzeslast.

 

Bald hör' ich schon des Volkes Spott und Hohn

und ihren Hass, der mir so wehe tut.

Geduldig schweigt dazu der Gottessohn.

Wer ist wie Du, o Herr so liebend gut?

 

Bis zu dem Kreuz, Herr, will ich mit Dir gehn.

Wenn auch die Hammerschläge noch so dröhnen

und mir das Herz vor Leid will stille stehn,

soll meine Liebe Deinen Schmerz versöhnen!

 

 

Kreuzweg

Nun richtet Euren Blick zum Kreuz hinauf,

das unser aller Los auf Erden ist,

und flieht dem Lärm, der Hast des Weltenlauf.

Geht mit dem Heiland seinen Kreuzweg mit.

 

Schau schweigend auf den großen Schmerzensmann.

O, weine Seele, neig' Dein Angesicht

und lausche, lausche auf die Worte dann,

die letzten, die der Herr am Kreuze spricht.

 

Im Kreuz ist Heil, im Kreuz liegt auch Dein Segen.

Trag's mit Geduld in stiller, heiliger Pflicht.

Kreuzträger gibt's auf allen Deinen Wegen.

Schuldlos trug's Gott für mich und auch für Dich!

 

 

Das Kreuz

Wie oft war ich schon mutlos und betrübt.

Es fehlte mir die Kraft für's  schwere Leben.

Ich habe Dich wohl nicht genug geliebt,

dass meine Seele sich nicht konnt' erheben.

 

Ich fragte Dich in einer ernsten Stunde:

Was muss ich tun, um einst zu Dir zu kommen?

Gib mir ein Zeichen, eine kleine Kunde.

Ist es das Beten, wie es tun die Frommen?

 

Da stand das Kreuz vor meiner müden Seele.

Dies ist der Schlüssel zu dem Himmelreich.

Damit ich nicht das große Ziel verfehle,

gabst Du mir eins, so groß und schwer und reich!

 

Und alle Schätze sind im Kreuz zu finden.

Erfasse es, und lass es nicht mehr los.

Es läutert Dich von allen Deinen Sünden.

Der Lohn für Treue ist unendlich groß.

 

 

Christus König

Ich kenne einen König, der hat ein Königreich.

Dort herrschet er mit Liebe und ist an Güte reich.

Und viele Menschen folgten schon seinem großen Ruf.

Was ist das für ein König, der so ein Reich sich schuf?

 

Ich kenne einen König, der hat ein weites Land

und mancher müde Wanderer bei ihm die Heimat fand.

Und alle, die ihm dienen sind Kämpfer und Soldat.

Sie holen sich beim König den Mut zur guten Tat.

 

Ich liebe diesen König, denn er hat große Macht.

Er führt, die an ihn glauben aus Angst und dunkler Nacht.

Wir können ihm vertrauen, er ist ein starker Held,

denn es ist Christus König! Herrscher der ganzen Welt!

 

 

Und Jesus schwieg

Wenn Du von Feinden rings umgeben,

einsam verkannt durch's  Leben gehst

und möchtest Dich zum Widerspruch erheben,

so denk daran, wo immer Du auch stehst:

Und Jesus schwieg!

 

Sind Deine Nächte dunkel voller Schmerz,

dass aufstöhnst Du in bitterer Seelennot.

Denk an des Heilands großes Dulderherz,

was er gelitten bis zum bitteren Tod:

Und Jesus schwieg!

 

O, großer Meister, lern auch uns das Schweigen.

Lass uns in Deiner Liebe immer ruhn,

dass wir uns im Vergeben gütig zeigen,

wenn manche Menschen uns so wehe tun:

Und Jesus schwieg!

 

 

Christusbegegnung

Geht einer durch die Welt in unseren Tagen

durch unsere Straßen, voller Lärm und Hast.

Schaut auf die Unruh' und das eilige Jagen

und wird von großer Traurigkeit erfasst.

 

Am Wege sieht er soviel Leid und Schmerz,

Lieblosigkeit und tiefe Bitterkeit.

Was birgt nicht alles so ein Menschenherz

in dieser kalten, materiellen Zeit.

 

Die Liebe schweigt. Ist sie denn ganz verbannt?

Verdrängt vom Jagen nach dem irdischen Gewinn?

Wo ist die weise, gütige Vaterhand,

die sicher fährt zum ewigen Ziel uns hin?

 

Geht einer durch die Welt in unseren Tagen

und schaut uns an mit einem ernsten Blick,

auf unser armes, menschliches Versagen,

das Ringen nach dem bisschen Erdenglück!